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Glaubenshindernisse

Drei Hindernisse zeigen sich beim Glaubensprozess:

  1. Die durchaus leicht zu gewinnende Einsicht in das Wesen Gottes wird verhindert durch den Zweifel an der Allmacht Gottes. Am Beispiel des Propheten Elias: Man zieht sich in die Höhle zurück, den sicheren Tod vor Augen (1. Kön. 19).
  2. Am Beispiel der Heuchler: Man verstrickt sich – unnötigerweise – in das gekünstelt wirkende Gebet (Mt. 5,5–15).
  3. Am Beispiel wortreicher Priester und Prediger: Ihre anschauliche Rede verdeckt die Einsicht in das eigentliche Wesen Gottes: seine Unanschaulichkeit.

Arbeitsanregungen:

Entwirf ein ABC der Gottesnamen: Allmächtiger, Barmherziger …
Welcher Name trifft deiner Meinung nach auf Gott zu?

Gott ist namenlos

Erich Fromm: Gott ist namenlos (1966)

Aufgaben:

  1. Analysieren Sie den vorliegenden Auszug aus Erich Fromms 1966 erschienener Aufsatzsammlung „Psychoanalyse und Religion“.
  2. „Keine Bildnisse von Gott, aber Gleichnisse!“ – Prüfen Sie kurz, was diese Antithese für die Rede von Gott bedeuten könnte.

Ideen zur Lösung:

Der These, dass Gott größer sei als alle Vernunft, tritt der Gottesname diametral entgegen. So drängt sich die Frage auf, wie der Gottesname aufzufassen sei. Ist er nämlich eine Wesensbestimmung Gottes, könnte Gott als definierbar und damit der Vernunft unterworfen erscheinen. Der Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm geht dieser Frage nach und zeigt in dem vorliegenden Text, dass der Gottesname einen tieferen Sinn enthält. Der Sinn des Gottesnamens liegt laut Fromm darin, dass er als scheinbarer Widerspruch ernst genommen werden müsse. In Gottesnamen offenbare sich JHWH Moses weniger als der, der ist, sondern vielmehr als der, der sich ereignet. Dem Autor ist also vor allem daran gelegen, zu zeigen, dass unbeschadet des Bilderverbots der Gottesname annehmbar ist, da er auf sein Gegenteil verweist. Der Gottesname sei eine negative Wesensbestimmung Gottes. Der vorliegende Auszug mit dem Titel „Gott ist namenlos“ stammt aus der im Jahre 1966 herausgegebenen Aufsatzsammlung „Psychoanalyse und Religion“.

Der Text lässt sich in folgende Abschnitte unterteilen:
Z. 1–4: Der Gottesname im Widerspruch zum Bilderverbot,
Z. 4–8: Der Gottesname als Symbol einer den Menschen transzendierenden Realität,
Z. 8–15: Gott als unverfügbarer Horizont des Menschen,
Z. 16–25: Die Gottesoffenbarung an Moses,
Z. 26–31: Theologische Argumente für die Namenlosigkeit Gottes.

Jeder Name könnte als eine Abbildung verstanden werden, die das Wesen des Abgebildeten erschließt. Die Frage ist, ob solch eine Wesensbestimmung Gottes erlaubt ist und ob sie überhaupt möglich ist. Der These, dass eine Wesensbestimmung Gottes erlaubt sei, widerspricht das erste Argument, ein Autoritätsargument: „Die Bibel betont, der Mensch dürfe nicht versuchen, sich in irgendeiner Form ein Bildnis Gottes zu machen“ (Z. 2–3). Der Autor erläutert kurz, welchem Zweck das Bilder-Tabu dient (Z. 4: „um die Ehrwürdigkeit Gottes zu wahren“), um dann zur grundlegenden These überzugehen, ob eine Wesensbestimmung Gottes überhaupt möglich sei. Der Autor tritt der Möglichkeit einer Wesensbestimmung mit drei Argumenten entgegen. So stellt Gott für ihn das Symbol einer letztlich unfassbaren „geistig-seelischen Realität“ (Z. 7) im Menschen dar. Dieses Argument, das gegen die Wesensbestimmung Gottes sprechen soll, wird nicht weiter ausgeführt. Der anschließende Vergleich mit dem Horizont soll dieses Argument aber offensichtlich stützen. Sowohl das zweite (vgl. Z. 16–25) als auch das dritte Argument (vgl. Z. 26–31) gegen die Wesensbestimmung bzw. für die Namenlosigkeit Gottes sind als weitere Autoritätsargumente aufzufassen.

Auch wenn Erich Fromm den Gottesnamen abweichend übersetzt (Z. 24–25: „Mein Name ist Namenlos“), stimmt seine Argumentation grob gesprochen mit der theologischen Tradition überein. Der Name bzw. das Bild sind keine angemessenen Formen der Gottesdarstellung, wohl aber die Gleichnisse. Gleichnisse setzen nämlich Ereignisse, oder: das Leben selbst, voraus. Gleichnisse von Gott könnten daher, anders als Bildnisse, als offene Rede von Gott gedeutet werden.

Theodizee

Die Aufgabe einer Kritik Gottes lässt sich als die Frage nach seinem Verhältnis zum Leid beschreiben. Dabei gehört zum Leid im eigentlichen Sinn des Wortes nur das moralisch wirksame Leid. Denn nur wenn mein Sinn für Recht und Gerechtigkeit verletzt ist, dann leide ich wirklich. Nur das sittlich wirksame Leid empfinde ich als böse. Es ist klar, dass neben dem Leid im moralischen Sinn weitere Kategorien des Leids existieren – Formen des Leids, die ich nicht oder allenfalls bedingt beeinflussen kann, unverschuldete Naturkatastrophen zum Beispiel, Krankheiten. In solchen Fällen leide ich in physischer Beziehung. Als böse wahrgenommen werden diese Formen des Leids allerdings nur dann, wenn ich sie personifiziere, wenn ich sie zu meiner Sache mache, wenn ich den Kampf gegen sie aufnehme. Es drängt sich daher die Frage auf, ob ein abstrakter Gott mir ein Maßstab im Kampf gegen das Leid sein kann.

Fides quaerens intellectum –

Oder: Vernünftig von Gott reden

Kein Denken beginnt mit nichts. Die Rede von Gott ist durch Gott bedingte Rede. Mit anderen Worten: das Besondere an der Rede von Gott besteht darin, dass sie von Gott abhängt und nicht mehr dieselbe ist in dem Fall, dass Gott nicht existiert. Wer von Gott redet, setzt demnach die Existenz des Gegenstands seiner Rede voraus. Anders verhält es sich, wohlgemerkt, im Fall von Wesen, deren Existenz reine Einbildung ist. So macht es prima facie keinen Unterschied in Bezug auf die Rede von Einhörnern, ob Einhörner existieren oder nicht. Geht es aber um Gott, bildet Gottes Existenz eine Bedingung, ohne die Gott nicht einmal gedacht werden kann (conditio sine qua non). In diesem Sinne ist Anselm von Canterbury (1033–1109) zu verstehen, wenn er die erste Darlegung seines Gottesbeweises folgendermaßen abschließt: „Dank sei Dir, Herr, dank sei Dir, dafür, dass ich durch Dich erleuchtet erkenne, was ich früher durch Dich beschenkt schon geglaubt habe; wollte ich auch an Dein Dasein nicht glauben, so wäre ich doch außerstande, es nicht zu erkennen“.

Laut Anselm schließt die Rede von Gott die Existenz Gottes als eine besondere Eigenschaft ein. Sein Gottesbeweis stützt sich auf die Vernunft (fides quaerens intellectum). Hierbei ist aber zu beachten, dass der Begriff der Vernunft mehrdeutig ist. Ontologische Vernunft (intellectus) muss von instrumenteller Vernunft (ratio) unterschieden werden. Während die ontologische Vernunft die Existenz der Gegenstände thematisiert, ihr Dasein und Sosein, richtet der Blick der instrumentellen Vernunft sich auf die Beziehungen der Gegenstände untereinander. Die Vernunft reduziert sich dann auf die Fähigkeit des Berechnens und Argumentierens. Die Mittel-Ziel-Beziehung steht im Vordergrund des Interesses. Ein Gottesbeweis ist dann unmöglich.

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Die Dreifaltigkeit

Die Eigenschaften Gottes

Auch bei diesem Bild liegt vorderhand eine anthropromorphe Gottesdarstellung vor. Die Gottesidee erfordert offenbar ein gewisses Maß an Körperlichkeit. Das erst gibt ihr die notwendige Authentizität, die ein Maler jedoch niemals überzeugend zum Ausdruck bringen kann. In der vorliegenden Darstellung, einem so genannten Dreigesicht, wird die Dreifaltigkeit als spezielle Eigenschaft Gottes thematisiert.

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Arbeitsanregungen:

  1. Beschreiben Sie die Darstellung zunächst in formaler und dann in inhaltlicher Hinsicht!
  2. Deuten Sie die Darstellung im Zusammenhang von formalen und inhaltlichen Aspekten!