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Leos Sohn

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Durchgehend waren die Kirchenbänke in Fußhöhe mit Heizungsrohren versehen. Die Kirche war weit und dunkel. Nur nah beieinander stehende Kerzen waren als ein weißes Licht im Altarraum zu erkennen. Es war ein einfaches Volk, mit seinen Witzen zwischendurch, das nun Platz nahm. Manche mochten verheiratet sein, sie stießen einander in die Seiten, einander Anweisungen gebend. Manche hatten ihre Kinder in die dunkle Kirche mitgenommen, die jäh aufschrieen, was geisterhaft oder, je nach Betrachtungsweise, neurotisch klang. Der Pfarrer sagte, Leos Sohn sei gekommen, das einzige Kind, ganz plötzlich, und kümmere sich nun um ihn. Er bat, an Leo zu denken. Niemand dachte: „guter Sohn“. Es gab Menschen, für die bedeutete die Familie nur Mühe und Leid.