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Die Hölle, das sind die Römer!

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Das Problem der römischen Fremdherrschaft

Es herrscht Waffengewalt, Legionäre kontrollieren die Städte. Am Rande der von den Römern erbauten Straßen liegen Bettler und bitten um Almosen. Bauern, die die hohen Pachtzinsen der römischen Grundbesitzer nicht bezahlen können, verkaufen sich in die Schuldsklaverei. Marcus Florus, der Sohn eines Senators, ist ums Leben gekommen. Die Pächter des Senators hätten ihn ermordet, heißt es, als er den fälligen Pachtzins von ihnen forderte. Der Galiläer Jesus greift die Nachricht auf, als er diese und ähnliche Vorfälle den Pharisäern in Jerusalem vorträgt.

Er sagt (Markus 12,1–9):

Es pflanzte einer einen Weinberg, zog einen Zaun ringsum, grub eine Kelter und baute einen Turm. Dann verpachtete er ihn an Weinbauern und ging außer Landes. Und zu gegebener Zeit schickte er einen Knecht zu den Weinbauern, um von den Weinbauern seinen Anteil am Ertrag des Weinbergs einzuholen. Sie aber packten ihn und schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. Da schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; den schlugen sie auf den Kopf und misshandelten ihn. Und er schickte einen anderen, und den töteten sie, und viele andere, die einen schlugen sie, die anderen töteten sie. Einen hatte er noch: den geliebten Sohn. Den schickte er als letzten zu ihnen, denn er sagte sich: Vor meinem Sohn werden sie Respekt haben. Jene Weinbauern aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Kommt, wir wollen ihn töten, dann wird das Erbe uns gehören. Und sie packten ihn und töteten ihn und warfen ihn aus dem Weinberg. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weinbauern umbringen und den Weinberg anderen geben.

Arbeitsanregungen:

  1. Diskutieren Sie, welche Haltung Jesus im Hinblick auf die römische Besatzung vertritt.
    Ziehen Sie zum Vergleich die folgende Textstelle heran: Markus 12,14–17!
  2. Schreiben Sie über die in dem vorliegenden Text (Markus 12,1–9) geschilderten Ereignisse zunächst einen Zeitungsbericht. Nehmen Sie dann in einem Zeitungskommentar darauf Bezug. Stellen Sie sich vor, dass beide Texte zur Zeit Jesu in einer Jerusalemer Zeitung erscheinen.

Hintergrundinformation:

Der Text ist dem Markusevangelium entnommen (Mk 12,1–9). Das Evangelium ist in den Jahren des jüdischen Krieges (66–70) entstanden. Es ist mit diesem Krieg auf unterschiedliche Weise verbunden, sei es im Bereich seiner Themen und Motive, sei es im Bereich der Figurengestaltung, sei es schließlich durch direkte Anspielungen wie der Prophezeiung der Zerstörung des Tempels (Mk 13,1–2). Durch die zahlreichen historischen Bezüge ergibt sich der geschichtliche Charakter des Evangeliums, wie er auch aus der vorliegenden Perikope hervorgeht.